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Podiumsdiskussion - Bürgermeisterwahl Oranienburg 2025

Ein kommentierender Bericht (von Sofia, Schülerin am MGO)


Am 24.09.25 besuchten mein Kurs für Politische Bildung und einige andere Klassen aus unserer Schule gemeinsam eine Veranstaltung in der Orangerie Oranienburg. Dort hatten wir die Gelegenheit, fünf Politikerinnen und Politiker kennenzulernen, die bei der kommenden Bürgermeisterwahl kandidieren. Neben unserer Schule waren auch Schülerinnen und Schüler anderer Schulen anwesend.
 

Ablauf der Veranstaltung
Die Politikerinnen und Politiker saßen auf einer Bühne in einer Reihe. Ein Team von Organisatoren des Jugendbeirats führte die Veranstaltung durch und hatte bereits einige vorbereitete Fragen, die nacheinander an die Kandidierenden gestellt wurden. Immer eine Person durfte etwa zwei Minuten lang antworten, bevor der oder die Nächste an der Reihe war. Es waren aber nicht alle Kandidaten der Bürgermeisterwahl präsent, einige konnten es leider nicht schaffen, weshalb wir uns natürlich nur ein Bild von den Kandidaten machen konnten, die auch anwesend waren.
Nach der ersten Fragerunde gab es eine etwa 15-minütige Pause. In dieser Zeit konnten sich alle Schülerinnen und Schüler kostenlos mit Essen und Getränken versorgen. Es gab Brot, verschiedene Dips, Käsewürfel, Tomaten, Gurken, Trauben, Wasserflaschen und Apfelschorle. Außerdem konnten wir auf Zetteln eigene Fragen an die Politiker*innen schreiben, die dann in einem Korb gesammelt und später von den Organisatoren ausgewählt wurden.
Die Atmosphäre war insgesamt sehr angenehm, alle Teilnehmenden verhielten sich respektvoll und hörten aufmerksam zu.
 

Organisation
Das Konzept der Veranstaltung war grundsätzlich sehr gut und eine schöne Idee. Man konnte sich direkt ein Bild von den Kandidierenden machen und sehen, wie sie auf die Fragen reagierten. Allerdings war die Organisation nicht ideal. Es gab insgesamt zu wenig Zeit, sodass am Ende nur zwei der Schülerfragen aus dem Korb gestellt wurden. Auch in der ersten Fragerunde gab es ein Problem. Da die Reihenfolge der Antworten festgelegt war, konnten die Politiker, die zuletzt an der Reihe waren, oft nicht mehr viel Neues sagen, weil ihre Vorgänger bereits die wichtigsten Punkte genannt hatten. Zwar wurde die Reihenfolge bei jeder Frage gewechselt, aber das hat auch nicht besonders viel geholfen.
Insgesamt wirkte das Ganze dadurch etwas gehetzt und teilweise auch etwas eintönig, weil viele ähnliche Antworten gegeben wurden.
 

Eindrücke von den Kandidierenden
Von den fünf anwesenden Kandidierenden waren zwei besonders stark: die Kandidatin der SPD, Jennifer Collin-Feeder und teils auch der zu dem Zeitpunkt amtierende Bürgermeister Alexander Laesicke (Einzelbewerber). Beide wirkten sehr souverän und konnten aussagekräftig sprechen. Obwohl Laesicke für mich persönlich manchmal auch nicht ganz überzeugend war, stieß Collin-Feeder von meiner Seite aus am meisten heraus. Sie hatte klare, verständliche und gut informierte Antworten und trat sehr selbstbewusst auf.
Zweimal äußerte sie auch offen Kritik an anderen Kandidaten. Einmal kritisierte sie Anja Waschkau (AfD) dafür, dass ihre Partei unnötig Geld ausgebe, und ein anderes Mal antwortete sie auf die Frage nach ihrem aktuellen Projekt, sie wolle „eine neue, starke und bessere Bürgermeisterin“ für unsere Stadt sein, obwohl der amtierende Bürgermeister direkt neben ihr saß. Dies fand ich besonders eindrucksvoll und ich denke ich war nicht die einzige.
Anja Waschkau (AfD) und Heiko Zillmann (Einzelbewerber) wirkten dagegen deutlich schwächer. Beide gaben teilweise unklare oder inhaltlich wenig überzeugende Antworten. Stefanie Rose (Die Linke) hatte zum Teil auch gute Antworten, aber sie konnte mich persönlich eher weniger überzeugen, obwohl ich anfangs geplant hatte, sie zu wählen.
 

Persönliche Meinung
Vor dem Ausflug hatte ich mich mit der Bürgermeisterwahl kaum beschäftigt und hätte wahrscheinlich einfach spontan gewählt. Durch diese Veranstaltung habe ich aber gemerkt, wie wichtig es ist, sich mit den Kandidierenden und ihren Positionen auseinanderzusetzen. Jennifer Collin-Feeder (SPD) hat mich am meisten überzeugt. Nicht nur durch ihre Antworten, sondern auch durch ihre Entschlossenheit, etwas für unsere Stadt tun zu wollen und keine Angst zu haben, Kritik an anderen Politikern auszuüben..
Ich finde, solche Veranstaltungen sollten häufiger stattfinden und auch am besten für Schulen vor wichtigen Wahlen verpflichtend sein. Ich habe auch ein paar meiner Mitschüler*innen befragt und sie meinten, dass sie ohne diesen Tag gar nicht gewusst hätten, wen sie hätten wählen sollen oder ob sie überhaupt wählen gegangen wären. Der Ausflug hat also wirklich dazu beigetragen, dass wir uns mehr für Politik interessieren und uns eine eigene Meinung bilden konnten.
 

Fazit
Der Ausflug in die Orangerie war insgesamt eine sehr gelungene und lehrreiche Erfahrung. Auch wenn die Organisation an einigen Stellen besser hätte sein können, war die Idee großartig und hat uns Jugendlichen einen direkten Einblick in kommunale Politik gegeben. Ich habe durch diesen Tag viel gelernt und auch meine Meinung über die Bedeutung von Bürgermeisterwahlen geändert.

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Fr, 17. Oktober 2025

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