Studienfahrten Oberstufe
Studienfahrt 2026 - RIGA
„Riga: Spannend, lehrreich – und einmal reicht“
Die Schüler der Klassen 10e und 11 berichten von bewegenden Momenten im Okkupationsmuseum und beeindruckenden Naturerlebnissen im lettischen Nationalpark. Trotzdem bleibt am Ende ein unerwartetes Urteil: Riga war eine Reise wert, aber keine für die Zukunft. Interview über eine Studienfahrt.
Interviewer: Was war euer erster Gedanke, als ihr in Riga angekommen seid?
Leo: Der erste Eindruck von Riga war, dass es ruhig für eine Hauptstadt ist. Aber es war auch schon sehr spät.
Luca: Die Stadt wirkte sehr schön, es gibt viel Wald.
Friederike: Am Flughafen standen bei unserer Ankunft Eltern mit Luftballons, die auf eine Fußballmannschaft gewartet haben. Das war ein schöner Empfang.
Artem: Mich hat die Stadt zuerst an Prag erinnert.
Interviewer: Mit welchen Erwartungen seid ihr nach Riga und wurden sie erfüllt?
Leo: Man sieht der Stadt ihre Vergangenheit im Ostblock an, es gibt viele Hochhäuser. Trotzdem ist es eine schöne Stadt.
Friederike: Trotz dieses Ostblockfeelings ist die Architektur sehr vielfältig und es gibt unterschiedlichste Baustile.
Interviewer: Was waren eurer Meinung nach die die gravierendsten Unterschiede oder Gemeinsamkeiten im Vergleich zu Oranienburg?
Luca: Mir ist aufgefallen, dass Riga sauberer ist als unsere Städte. Allerdings sind die Busse genauso verspätet wie bei uns.
Friederike: Genau und es gibt diesen großen Nationalstolz, der auch offen ausgelebt wurde und diesen offenen Hass gegen Russland. Zum Beispiel wurden alle russischen Gedenkstätten über den Zweiten Weltkrieg entfernt. Und gegenüber von der russischen Botschaft hängen Anti-Putin-Plakate.
Leo: Man sieht überall die Solidarität zur Ukraine, überall hängen blau-gelbe Flaggen.
Interviewer: Jetzt zum Wichtigen: Wie ist das Essen?
Leo: Meistens sind wir in Cafés eingekehrt und dort war das Essen wie bei uns.
Luca: Lettische Restaurants zu finden, war gar nicht so leicht. Mich hat erstaunt, dass die Produkte aus Europa viel günstiger zu kaufen waren als die einheimischen. Selbst am Zentralmarkt.
Friederike: Für Vegetarier wie mich war schon ein bisschen schwieriger. Vor allem hat man den großen Unterschied zu Berlin gemerkt, dass Berlin so richtig offen ist für Veganer und Vegetarier, dass man da viele Ersatzmöglichkeiten hat. In Riga ist das noch nicht angekommen.
Interviewer: Ist Riga ein Shopping-Paradies?
Leo: Ich war nur in verschiedenen Souvenir-Shops, weil da ich etwas für die Familie besorgen wollte. Meine Beute waren ein Fingerhut und Schokolade. Bernstein war leider sehr teuer.
Luca: Es gibt weniger die typischen großen Ketten, die Geschäfte sind klein und in den Winkeln der Altstadt versteckt. Man muss wirklich suchen.
Friederike: Mir ist aufgefallen, dass die großen Einkaufszentren eher für die Touris sind. Die Einheimischen tragen oft traditionelle Kleidung, auch die Jüngeren. Viele trugen heidnische Symbole aus der lettischen Frühgeschichte.
Interviewer: Was waren denn die Highlights der Reise?
Leo: Für mich eindeutig der Besuch im Nationalpark Gauja, so eine Art Sächsische Schweiz in Lettland.
Friederike: Mein Highlight war der Besuch eines kleinen Marktes neben dem Hotel, da gab es chinesische Bao und die waren sooo lecker!
Artem: Das Okkupationsmuseum hat mich sehr beeindruckt. Wir haben viel über Lettlands Geschichte und die Zeit der Besatzung erfahren. Der Besuch war sehr informativ und lernreich.
Luca: Für mich war es der Besuch des Parlaments, wieviel Geschichte sich in einem Gebäude sammeln kann.
Interviewer: Was war die größte Herausforderung oder das unerwartete Erlebnis auf eurer Reise?
Artem: Das Wetter!
Leo: Die Kommunikation mit den Einheimischen!
Friederike: Die Busfahrpläne!
Interviewer: Sagt mal etwas auf Lettisch!
Leo: Straße heißt „iela“. Und das Wort für Bitte ist „luduz“.
Interviewer: Wie klappte es denn mit der Verständigung?
Friederike: Eine Überraschung war für mich, dass man mit Russisch freundlicher behandelt wurde als wenn man englisch gesprochen hat.
Artem: Da ich Russisch spreche, war es sehr leicht und gemütlich für mich beispielsweise im Café oder im Laden. Auch habe ich den anderen bei der Übersetzung geholfen, zum Beispiel beim Ticketkauf.
Interviewer: Würdet ihr noch mal nach Lettland gehen wollen?
Artem: Nein, das ist ein depressives Land mit komischen Menschen.
Friederike: Ich würde auch nicht noch mal hingehen, obwohl ich zum Beispiel das Jugendstil-Viertel nicht gesehen habe.
Leo: Also ich würde es sehr auf so eine Reise-Bucketliste relativ weit unten setzen
Luca: Also nee, ich würde auch nicht wieder nach Lettland reisen, weil ich fand, dass man sich mit Englisch da nicht so gut verständigen kann. Ich fand es auf Dauer einfach anstrengend, wenn ich mich da jedes Mal für mein Englisch rechtfertigen muss.
Interviewer: Was nehmt ihr persönlich von dieser Kursfahrt mit?
Friederike: Ich persönlich habe viel über die Geschichte gelernt, besonders im Okkupationsmuseum. Man merkt den Unterschied, dass Deutschland im Zweiten Weltkrieg der Aggressor war und Lettland das Opfer.
Luca: Bildungsreisen sind kein Urlaub! Aber Strandurlaub kommt jetzt in den Ferien!

Nationalbibliothek

Schwarzhäupterhaus

Kleine Markthalle

Burganlage in Turaida

Blick ins Land vom Hauptturm

Große Markthallen

Kunstmuseum Rigaer Börse

Kreuzfahrtschiff im Hafen
(direkt an der Altstadt)

Nationaloper

Park mitten in der Hauptstadt

Rigaer Schloss

Hochhaus der Akademie der
Wissenschaften